Nils Frahm über Stille

Nils Frahm hat ZEIT Online​ ein pointiertes und lesenswertes Interview gegeben:

Stille ist heute radikaler als Lärm, ja. Es ist doch schwachsinnig, auf ein Konzert zu gehen und sich durch Ohrstöpsel den Klang kaputt zu machen, nur weil die Musik viel zu laut ist.

Ich mag an seinen Aufnahmen und Auftritten, dass sie nicht den perfekten, orchestral-klassisch durchkomponierten Klang liefern. Also keine geplante Perfektion. Sondern Faszination durch den genutzten Moment, den verklingenden Ton, das enervierende Stakkato. Frahm dazu über sich selbst:

Ich bin kein Komponist, sondern Performer. (…) Ich bin lieber Amateur als Experte – das eine kommt von Herzen, das andere von Erfahrung.

​Insgesamt freut mich, dass er sich in dem Interview vom angedichteten – aber begrifflich fraglichen – Genre Neo-Klassik distanziert. Denn gerade das Wandern zwischen den musikalischen Welten – teils durch seine unterschiedlichen Projekte, teils aber auch durch die inhärente Vielfalt seiner Stücke – macht ihn für mich als Hörer interessant.

Hier beispielsweise auf elektronischen Pfaden mit seiner Band nonkeen:

Oder hier in einer Impro-Session mit Ólafur Arnalds:

Zwei seiner letzten beiden Aufnahme stellt Nils kostenlos auf seiner Homepage zum Download zur Verfügung: Solo und – ganz aktuell auch – Solo Remains. Beide übrigens auf einem Klavins M370 gespielt, einem 3,7 Meter hohen Instrument mit über 3 Meter (!) langen Saiten.

Nerd bleibt halt Nerd ;)