Meine 2ct zum iPad

Und dann war da noch das iPad. Einige fragten, was ich davon halte. Deshalb schreibe ich es hier hin. Meine Einschätzung beruht auf der Keynote sowie den Webseiten. Vielleicht sehe ich es anders, wenn ich eins in der Hand hatte. Was also sollte ich mit einem iPad anstellen?

  • Zum Musikhören über Kopfhörer finde ich es zu groß, die integrierten Lautsprecher sind vermutlich nicht überragend. Ein Dock mit Audio-Ausgang und Fernbedienung zum Anschluss an große Boxen wäre schick, mir bisher aber nicht bekannt.
  • Um alleine einen Film zu gucken, reicht das Display. Aber warum ist es nicht 16:9?
  • Internet-Surfen, okay. Bestimmt klasse. Aber ohne Flash? Auf dem iPhone kann ich drauf verzichten, aber auf dem iPad?
  • Es ist auch ein digitaler Bilderrahmen. Toll. Für $499. Mit Fingerabdrücken drauf.
  • Spielen auf dem iPad überzeugt mich persönlich nicht.
  • Und noch weniger eBooks iBooks und Zeitungen: für jede Zeitung eine eigene App? Und zum Lesen ein Display leuchten lassen? Da finde ich das e-Ink-Display, beispielsweise vom Kindle (Affiliate-Link), lesefreundlicher und ökonomischer.
  • Kontakte, Kalender und Aufgaben habe ich lieber immer dabei, also auf meinem iPhone.
  • Zum richtigen Arbeiten fehlt dem iPad die nötige Software. Die angepasste iWork-Suite ist klasse, aber mit einem OpenOffice oder gar MS-Office kann man wohl nicht rechnen.

Ich sehe das iPad als elegantes Einkaufstablett für all das, womit Apple mittlerweile so seine Milliarden verdient: Musik, Filme, Apps und jetzt auch Bücher. Ohne, dass ich Apple Geld gebe, kriege ich — mit Ausnahme von Freeware-Apps — keine Inhalte auf das schicke Teil. Oder wie vowe so treffend schrieb:

Apple is selling you a lamp. You will have to get the oil from Apple just as well.

Kann der $499-Preis in diesem Zusammenhang eigentlich als subventioniert angesehen werden?

Aber die iTunes-Gefängnistür ist ja bereits vor Jahren hinter mir ins Schloss gefallen und ich habe fröhlich Inhalte gekauft, die ohnehin nur auf Äpfeln funktionieren. Und da es laut Steve Jobs 125 Millionen anderen Menschen genauso geht, wie mir, wird sich das iPad trotzdem verkaufen wie geschnitten Brot. Jeder wird eins haben wollen. Ich auch?!

Das derzeit geteilte Presse-Echo spielt hierbei keine Rolle, das war nach der Präsentation von iPod und iPhone nicht anders.

Aber eigentlich wünsche ich mir für mich einen richtigen Computer als Tablet. So mit OS X. Und ohne AppStore-Zwang. Ein wenig Hoffnung macht mir in dieser Hinsicht Gernot: vielleicht steckt im iPad ja noch mehr, als Apple am Mittwoch verraten hat?