Die Evolution des #

Das # heißt wohl Rautenzeichen. Vielleicht auch Doppelkreuz, Gatter, Hash, Nummernkreuz, oder Schweinegatter. Als das # noch klein war, war es wohl eine Ligatur für die Gewichtsangabe lb, der alten Maßeinheit für Pfund.

Als ich # das erste mal traf — das war noch in der Vor-Web-Zeit — da war es als Nummern-Zeichen tätig. #1 also für Nummer 1.
Dann kam die Webzeit. Und mit ihr irgendwann die Blogs. Und plötzlich traf ich # wieder: als Zeichen für Permalinks. Also eine URL, eine Adresse, die sich nicht ändert und immer auf den selben Artikel, das selbe Blogposting zeigt. # für Permanenz. Naja. besser: Persistenz. # selbst blieb aber nicht persistent. Ohne, dass ich davon etwas Nennenswertes berichten könnte, tummelte sich # auch fröhlich in Perl, Maple, ColdFusion, IRC und machte das C richtig scharf.

Als dann Twitter kam, kannte man im Netz bereits sowas tolles, wie Tags. Tags sind Schlagworte. Aber Twitter kannte keine Schlagworte. Weil Tags aber ungemein praktisch sind, haben damals Chris, Nate und Stowe hashtag.org gebaut. So konnte man auch Tags in Tweets eingeben, #lustig zum Beispiel, um darauf hinzuweisen, dass der Leser des Tweets lachen soll. Dann konnte man bei hashtag.org nachgucken, welche anderen Tweets auch noch #lustig sind. Oder man konnte erfahren, an welchen Tagen es viel #regen gegeben hat.

Die Idee war so toll, dass # vor ungefähr einem Jahr bei Twitter eine Festanstellung bekam. Jetzt können Worte mit # davor direkt in den Tweets angeklickt werden. Und sie werden auch für die Trending Topics ausgewertet.

Vor einigen Tagen nun kehrte # mit diesen neuen Fähigkeiten zurück zu Blogs. Genauer zu Tumblr, meinem Lieblingstumble-Log-Anbieter. Dort werden Tags neuerdings auch per # gekennzeichnet. Nix Nummer, nix Permalink: Hashtag ist das neue #.

Ich bin ja mal richtig gespannt, was noch aus dem # wird, wenn es erstmal erwachsen ist.