In Baumärkten, Werkzeugabteilungen oder Autozubehörgeschäften trifft man vorwiegend auf Männer. Wenig überraschend verlagerte sich diese Vorliebe des Selbermachens vom Heimwerker zum Heimcomputer. So war der beste Rechner natürlich der Selbstgeschraubte. Die beste Mail-Adresse endete auf @meinnachname.de und wurde von einem selbstcompilierten Postfix auf dem eigenen Rootserver angetrieben. @T-Onliner oder @Aoler waren Zielscheibe für Hohn und Spott. Cool war, wer’s selbst konnte.

Das hat sich geändert. Ich weiß nicht, ob es an den Einladungs-Betas von Google Mail/Wave & Co liegt, oder am Lemmingeffekt: Plötzlich wurde es cool, einen Online-Dienst zu verwenden. User beginnen ihren Kram über Dienste abzuwickeln, die nicht auf dem eigenen Server laufen.
Anstelle stolz am selbstgebauten Vehikel zu schrauben, schickt man seine Inhalte lächelnd auf die Plattformen der Diensteanbieter und freut sich über APIs – falls man doch noch mal basteln möchte.
Fakt ist: diese Dienste funktionieren – entgegen eigener Destillate – ohne Konfigurationsaufwand, sie bieten meist höhere Benutzbarkeit und lassen sich oft mit Drittapplikationen, beispielsweise auf Smartphones, verwenden.
Warum also einen eigenen Jabber- oder Podcast-Server aufsetzen, wenn es gute Dienste im Netz gibt? Hat man wirklich die Zeit, eine Datei-Synchronisation über Internetfreigaben einzurichten, wenn es dafür Speicherplatz in der Cloud gibt? Oder Collaborationswerkzeuge für kleine Teams? Eine gute GTD-ToDo-Listen-Verwaltung?
Die Klippe: anders als bei einer selbstgestrickten Lösung gibt man den Cloud-Diensten seine Daten in die Hand.

Es ist also eine Abwägung zwischen “Machen” und “Benutzen”.
Deshalb checke ich für mich folgende Kriterien, bevor ich einen Cloud-Dienst nutze:
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