Archiv aus der Kategorie web


19
Nov 09

Wir sind die Generation der Wagemutigen …

… und Unkonzentrierten. Selten hat mich ein Werbefilm dermaßen persönlich angesprochen, wie der Kinoclip der neuen Welt Kompakt Kampagne:

Hier der transkribierte Text, der mich irgendwie an Apples Think Different erinnert:

Hey! Hört jemand zu?
Es hat ein paar Jahre gebraucht, aber jetzt, jetzt hat uns das Internet umzingelt … oder umzingeln wir gerade die Welt?
Beherrschen wir eigentlich noch das Medium – oder das Medium längst uns?
Und: die Gefühle, die wir online erleben … große Momente, wenn wir bei eBay gewinnen, oder uns der neue Flirt über Skype kontaktiert … und Kopfschütteln, wenn wir uns selbst dabei ertappen, wie wir zum dreißigsten Mal unsere Arbeit unterbrechen, um mal eben Spiegel Online aufzurufen …

Ich glaube, wir sind die Generation der Wagemutigen und Unkonzentrierten. Wir googeln uns selbst, den Ex und die neue Kollegin vom Tisch gegenüber. Wir haben online so viele Freunde, dass wir ein neues Wort für die echten brauchen.

Grinsen, Nicken, und die heimliche Frage, woher die schöne Stimme in dem Film das alles wissen kann. Die Kampagne hat übrigens Dorten verzapft.


5
Nov 09

The Cloud vs. Selbermachen

In Baumärkten, Werkzeugabteilungen oder Autozubehörgeschäften trifft man vorwiegend auf Männer. Wenig überraschend verlagerte sich diese Vorliebe des Selbermachens vom Heimwerker zum Heimcomputer. So war der beste Rechner natürlich der Selbstgeschraubte. Die beste Mail-Adresse endete auf @meinnachname.de und wurde von einem selbstcompilierten Postfix auf dem eigenen Rootserver angetrieben. @T-Onliner oder @Aoler waren Zielscheibe für Hohn und Spott. Cool war, wer’s selbst konnte.

Bild © Time Inc.

Das hat sich geändert. Ich weiß nicht, ob es an den Einladungs-Betas von Google Mail/Wave & Co liegt, oder am Lemmingeffekt: Plötzlich wurde es cool, einen Online-Dienst zu verwenden. User beginnen ihren Kram über Dienste abzuwickeln, die nicht auf dem eigenen Server laufen.
Anstelle stolz am selbstgebauten Vehikel zu schrauben, schickt man seine Inhalte lächelnd auf die Plattformen der Diensteanbieter und freut sich über APIs – falls man doch noch mal basteln möchte.

Fakt ist: diese Dienste funktionieren – entgegen eigener Destillate – ohne Konfigurationsaufwand, sie bieten meist höhere Benutzbarkeit und lassen sich oft mit Drittapplikationen, beispielsweise auf Smartphones, verwenden.
Warum also einen eigenen Jabber- oder Podcast-Server aufsetzen, wenn es gute Dienste im Netz gibt? Hat man wirklich die Zeit, eine Datei-Synchronisation über Internetfreigaben einzurichten, wenn es dafür Speicherplatz in der Cloud gibt? Oder Collaborationswerkzeuge für kleine Teams? Eine gute GTD-ToDo-Listen-Verwaltung?
Die Klippe: anders als bei einer selbstgestrickten Lösung gibt man den Cloud-Diensten seine Daten in die Hand.

Foto von Nationaal Archief

Es ist also eine Abwägung zwischen “Machen” und “Benutzen”.

Deshalb checke ich für mich folgende Kriterien, bevor ich einen Cloud-Dienst nutze:

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25
Aug 09

Die Evolution des #

#

Das # heißt wohl Rautenzeichen. Vielleicht auch Doppelkreuz, Gatter, Hash, Nummernkreuz, oder Schweinegatter. Als das # noch klein war, war es wohl eine Ligatur für die Gewichtsangabe lb, der alten Maßeinheit für Pfund.

Als ich # das erste mal traf — das war noch in der Vor-Web-Zeit — da war es als Nummern-Zeichen tätig. #1 also für Nummer 1.
Dann kam die Webzeit. Und mit ihr irgendwann die Blogs. Und plötzlich traf ich # wieder: als Zeichen für Permalinks. Also eine URL, eine Adresse, die sich nicht ändert und immer auf den selben Artikel, das selbe Blogposting zeigt. # für Permanenz. Naja. besser: Persistenz. # selbst blieb aber nicht persistent. Ohne, dass ich davon etwas nenneswertes berichten könnte, tummelte sich # auch fröhlich in Perl, Maple, ColdFusion, IRC und machte das C richtig scharf.

Als dann Twitter kam, kannte man im Netz bereits sowas tolles, wie Tags. Tags sind Schlagworte. Aber Twitter kannte keine Schlagworte. Weil Tags aber ungemein praktisch sind, haben damals Chris, Nate und Stowe hashtag.org gebaut. So konnte man auch Tags in Tweets eingeben, #lustig zum Beispiel, um darauf hinzuweisen, dass der Leser des Tweets lachen soll. Dann konnte man bei hashtag.org nachgucken, welche anderen Tweets auch noch #lustig sind. Oder man konnte erfahren, an welchen Tagen es viel #regen gegeben hat.

Die Idee war so toll, dass # vor ungefähr einem Jahr bei Twitter eine Festanstellung bekam. Jetzt können Worte mit # davor direkt in den Tweets angeklickt werden. Und sie werden auch für die Trending Topics ausgewertet.

Vor einigen Tagen nun kehrte # mit diesen neuen Fähigkeiten zurück zu Blogs. Genauer zu Tumblr, meinem Lieblingstumble-Log-Anbieter. Dort werden Tags neuerdings auch per # gekennzeichnet. Nix Nummer, nix Permalink: Hashtag ist das neue #. (Beispiel gefällig? elbewerk.com)

Ich bin ja mal richtig gespannt, was noch aus dem # wird, wenn es erstmal erwachsen ist.


21
Jul 09

Das explodierende Internet

090721_exploding_internet

By 2012, Asian web surfers, including about 490 million Chinese, will outnumber North Americans by 3 to 1 and Indians will become the third-largest group online. Tomorrow’s web will be dominated by a mixture of the English, Mandarin, Hindi, Portuguese and Russian languages.

Interessant und faszinierend zugleich. Sieht so aus, als ob man Mandarin und Hindi lernen sollte, um »The next Twitter« verstehen zu können.
(Quelle unbekannt, via http://delicious.com/popular/)


8
Feb 09

Xing-Count: 200

200 Kontakte auf Xing

Damals, als Twix noch Raider Xing noch OpenBC hieß, hatte ich mich binnen 17 Monate mit einhundert Menschen vernetzt. Jetzt, weitere 31 Monate später, sind es Zweihundert. Fast alle kenne ich wirklich – oder freue mich darauf, sie kennenzulernen.
Und da Xing mittlerweile so eine Art Fahrschule für Social Networking zu sein scheint, freue ich mich regelmäßig über alte Offline-Bekannte, die ihre ersten Gehversuche hier unternehmen.
Zwischendurch hab ich auch mal bezahlt, um Premium-Mitglied zu sein. Aber außer den sonst fehlenden Funktionen hat mich bisher nichts dazu bewogen, Premium zu bleiben. Schön, dass man im echten Leben nicht dafür bezahlen muss, um zu sehen, wer einen besucht ; )


29
Nov 08

Elektrischer Reporter über Twitter & Co.


Die Phase II des Elektrischen Reporters eröffnet Mario Sixtus mit einem Film über Microblogging. Neben den heimlichen Twitter-Königinnen und Königen Deutschlands Katharina Borchert, Cem Basman und Nico Lumma (zumindest als Avatarbildchen zu sehen) kommt auch Biz Stone zu Wort, seines Zeichens Mitgründer von Twitter. Und zu Wort kommen bedeutet in diesem Fall erfrischenderweise ohne 140-Zeichen-Limit.

Der Film stellt einen guten Erklärungsansatz für Microblogging vor und macht klar, das es möglicher Weise dasselbe Potential wie E-Mail und Blogs besitzt – man sich also besser nicht mit überzogener Ablehnung den Mund verbrennen sollte. Diese Attitüde fasste Robert Lender von vor ein paar Tagen in zwei Tweets trefflich zusammen:

twitterregel1: twitter kann man nicht erklären, twitter muss man ausprobieren #
twitterregel2: twitter hat keinen sinn, außer man findet ihn selbst heraus. #

Übrigens könnte es sich durchaus lohnen, den Elektrischen Reporter als Podcast zu abonieren. Dann bekommt man wenigstens was für seine Gebühren.


23
Nov 08

Ein PetaByte sortieren: 6:20h

Monumentale Einblicke in die Datenschiebereien des Google Filesystems: um 1 PetaByte (bestehend aus 10 Billionen 100-Byte Dateien) zu sortieren, braucht Google sechs Stunden und zwanzig Minuten – dank der hauseigenen Technologie MapReduce.

Das Petabyte ist dabei auf 4.000 Computer verteilt. Und auf 48.000 Festplatten. Bei jedem Sortiervorgang gibt eine Festplatte den Geist auf. Um daduch keinen Datenverlust zu erleiden, wird das PetaByte gleich dreifach geschrieben. (via Official Google Blog)


16
Okt 08

KleinKlima.de – Wetter kurz und gut

Wettervorhersage ohne Werbe- und Bannerschnickschnack, schlicht und einfach. Zusammengeklöppelt von Michael Preidel, inspiriert von Umbrella Today?.

Geht auch mit angehängtem Ortsnamen, beispielsweise
http://kleinklima.de/Lüneburg

Heute mal gepostet vom Hauptbahnhof Hannover, während ich auf meinen IC warte und es in Strömen regnet.


12
Aug 08

Logos raten

Logos Raten

Kleine Aufmerksamkeit für alle Freunde der Prokastination: Welche Logos spendeten hier die Lettern für meinen Nachnamen?


12
Feb 08

1GB GMail voll.

Googles Mail-Dienst nutze ich jetzt seit knapp vier Jahren. Damals lockte Google mit einem ganzen Gigabyte Speicherplatz und der Idee, keine Mails zu löschen, sondern alles zu archivieren.
Das Gigabyte hätte ich jetzt mit 6.386 Mails geschafft – aber damit nur 15% der Speicherkapazität ausgenutzt, die Google bei mir in den letzen Jahren freundlicherweise wachsen ließ.

1 GB in meiner Gmail-Box

Ehrlich gesagt, hätte ich nicht gedacht, diesen Dienst so lange und so intensiv zu nutzen.
Aber an diese Features habe ich mich so gewöhnt, dass ich sie nicht mehr missen möchte:

Wer nutzt noch überwiegend Gmail und welches sind Eure Killer-Features?