Archiv aus der Kategorie review


9
Mrz 08

Ein Monat mit dem EeePC

Nein, der EeePC ist kein PC. Oder ein Laptop. Oder gar ein Ersatz für soetwas.
Der EeePC ist mehr ein ultramobiles Multifunktionsdevice. Also soetwas, wie ein Sony Mylo, ein Palm Foleo oder ein Nokia N810 Internet Tablet. Nur wer sich für eins dieser Geräte erwärmen kann, wird auch am EeePC Interesse haben.

Asus EeePC

Irgendwie gab es da auch schon mehrere Anläufe. Ich erinnere mich an ultrakleine dünne und schicke Sony VAIOs und die Origami / UMPC-Geschichte von Microsoft. Das waren aber immer Geräte, deren Preis nicht in Relation zur Größe stand. Das tut es aber beim EeePC. Für 299,- € gibts das kleine Computerchen, den Eee 710 Surf, mit 4 GB SSDisk, 512 MB RAM, WLAN, Ethernet und eingebauter Webcam. Rund ein Kilogramm schwer, mit praktischer Neopren-Tasche und in der Grundfläche nur wenig größer, als mein Moleskine.

Seit rund einem Monat begleitet mich nun der Eee, Zeit für einen kleinen Erfahrungsbericht: weiter →


28
Jun 06

Review iTrip LCD

Der Betrieb von FM-Transmittern war bisher in Deutschland verboten. Seit Anfang März gestattet die Nachfolgebehörde der RegTP jetzt allerdings den Betrieb eines eigenen Mini-Radiosender für die Hosentasche, eines sogenannte FM-Transmitters an MP3-Playern und Konsorten.

Um nun meinen 3rd-Gen-iPod von lästigen Kassettenadaptern im Auto, Kabelgebamsel in Bad und extra Dock an der Stereoanlage zu befreien, wurde flugs der iTrip LCD von Griffin-Technology angeschafft …
Meinen kompletten Test-Bericht im CYBERBLOC lesen.


21
Okt 05

Locker Flock(ig)

Die Jungs und Mädels von Flock verteilen im Moment freizügig ein Developer Pre-Release von Flock. Flock soll laut den Machern der erste »gesellige« (engl. social) Browser werden. Dazu sind gesellige Dienste wie flickr und del.icio.us standardmäßig eingebaut. Auch Bloggen geht mit Flock. Mit der blogger-API verträgt sich Flock aber noch nicht so richtig.

Unter der Haube steckt ein aufgepusteter Firefox, erinnert an einigen Stellen an Camino. Bei Webservern meldet sich Flock als Mozilla/5.0 Gecko/20051019 Flock/0.4 Firefox/1.0+. Fürs Verfassen von Blog-Postings scheint er auf den Mozilla Composer zurückzugreifen. Umschalten auf Quelltext zum Editieren geht leider (noch?) nicht.

Die Flickr-Integration wird bestimmt mal nett, das Scrollen durch die Bilder eines beliebigen Users sieht aus, wie bei iPhoto und ist nett animiert. Überhaupt kommt die Oberfläche sehr ansprechend daher.

Klasse gelöst ist die Verwendung von del.icio.us als Lesezeichen – als Wanderer zwischen mehreren Rechnern / Betriebssystemen ein Feature, dass mir Flock sehr sympathisch macht. Ein großer Stern-Button direkt neben der Adressleiste fügt die aktuelle Seite zu del.icio.us hinzu und fragt nach tags.

Fazit: Flock ist der Browser für die seltsamen Menschen, die wissen, was flickr und del.icio.us ist. Für eben diese seltsamen Menschen wird Flock der Held sein und sich seine Nische auf der Spielwiese der Webbrowser suchen. Klar – mit einer Hand voll Extensions lässt sich jeder Firefox mit den Funktionen ausstatten. Das sieht dann aber garantiert nicht so schön aus.


5
Aug 05

Cableyoyo Review

Cableyoyo

Den schicken Aufroller gegen Kabelsalat jeder Art liefert Bluelounge jetzt auch ins Ausland. Dank des Vermerks »commercial sample« auf dem Päckchen traf die Lieferung bei mir nach einer Woche ohne Probleme ein. Ein Cableyoyo besteht aus 2 Teilen: einer Halterung, die Kraft einer beklebestreiften Rückseite das Cableyoyo an Wänden und auf Tischen fixiert und dem Yoyo selbst. Die Halterung lässt sich fest in dem Loch des Yoyos einrasten. Das Material ist durchschnittlich; die Weißen sind perfekte Mac-/iPod-Accessoires, – das silberne Cableyoyo wirkt aber billig, wie von Medion,

Auf die Rolle passen sämtliche Kabel meines Desks: USB-Kamera-, iPod-Lade-, und dicke Firewire- Kabel sowie die iPod-Kopfhörer. Das Aufrollen dauert aufgrund des geringen inneren Durchmessers zunächst ein wenig – Abrollen geht dafür fix: einfach mit Daumen und Zeigefinger in das Loch greifen und am losen Ende ziehen. Und die Mühe beim Aufwickeln verhindert tatsächlich meine komplett »verkabelten« Jackentaschen. Einziger Nachteil: ich hätte mehr als 3 Cableyoyos bestellen sollen …


3
Mai 04

heute schon Gmailt?

Gmail will Herrscher aller meiner Mails werden. Es gibt keine Weiterleitungsfunktion, keine Catch-All-Möglichkeit, um andere Mailboxen einzusammeln und keine POP3/IMAP-Zugänge. Das macht zunächst nicht viel Lust auf Gmail. Verfügt man doch als Netzbürger über eine ganze Reihe von Mail-Adressen, alle sorgsam ineinander verschachtelt und weitergeleitet, spamgefiltert und notified, so dass auch nicht die kleinste Nachricht verloren gehen kann. Zusätzlich dazu noch einen ganzen Satz beruflicher Mail-Adressen, die ebenfalls geschickt arrangiert Parade stehen. Daneben stellt sich nun Googles neuer Maildienst und sagt: »Ich will auch.«. Grund genug, sich einmal anzuschauen, warum man Gmail nutzen sollte.

Gmail RechtschreibhilfeDie Oberfläche des Webinterfaces kommt – wie man es von Google gewohnt ist, erfreulich schlicht und übersichtlich daher. Nach einigen Klicks merkt man jedoch, dass dies kein gewöhnliches Webmail-Interface ist. Mit Gmail setzt Google ganz eindeutig Maßstäbe für DHTML- und Javascript-Zauberer. Gesprächsverläufe lassen sich – ohne Neuladen der Seite – ausrollen oder komprimieren, Antwort-Felder klappen dezent auf, Optionen lassen sich fließend ein- und ausblenden und sogar ein Kontextmenü für die Rechtschreibprüfung klappt auf – wie von Apple Mail gewohnt. Praktisch und bisher noch nirgendwo entdeckt: Tastatur-Shortcuts: die wichtigsten Befehle, wie z. B. »Compose Mail« lassen sich per Tastendruck, z. B. »C« aufrufen.

Tastatur Shortcuts

Alle vorbenannten Funktionen sind nicht plattformabhängig, sondern funktionieren auf Windows, Linux, oder Mac mit mind. IE 5.5, Mozilla 1.4 oder Netscape 7.1. Obwohl in der Gmail-Hilfe Safari nicht genannt wird, sind alle Funktionen ohne gravierende Fehler mit Safari 1.2 nutzbar, wenn man die Browserwarnung einmalig ignoriert.

Das besondere an Gmail – ist lt. Google – die neuartige Darstellung der Mails nach Gesprächsverläufen, sog. »Threads«. Anwender von Apples Mail 1.3 kennen diese Funktion bereits: zusammengehörige Nachrichten werden komprimiert dargestellt. In Gmail erscheint hinter der Betreffzeile und einem Snippet in Klammern die Anzahl der Nachrichten dieses Threads. Öffnet man einen Thread, lassen sich die einzelnen Nachrichten per Mausklick ausrollen oder komprimiert anzeigen. Der Vorteil von Gmail ggü. Apples Mail ist, dass Gmail Nachrichten aus allen Ordnern, also auch gesendete Nachrichten, in die Übersicht einbezieht, während Apple Mail standardmäßig nur die eingegangen Nachrichten in einem
Thread darstellt.

Gesprächsverlauf

Gmail-OrdnerGmail verwaltet Mails nur noch in einer rudimentären Ordnerstruktur: »Inbox«, »Starred«, »Sent«,
»All«, »Spam« und »Trash«, neue Ordner kann man nicht anlegen. Möchte man Ordnung in die – immerhin bis zu 1 GByte großes – Mailbox bringen, kann man sog. »Label« anbringen. Der Vorteil dieser Label ist, dass eine Nachricht nicht nur ein Label, sondern mehrere besitzen kann (z. B. »Kunden«, »Elbewerk.com«, »Lustiges«, etc.). Anders als bei Ordnern muss man eine
Mail nicht duplizieren, um sie verschiedenen Kategorien zuzuordnen.

Gmail-Action-MenüEine neue Nachricht wird in Gmail – sofern man keine
entsprechenden Filter eingerichtet hat – ganz normal in der Inbox angezeigt. Mittels eines Aktions-Menüs lässt sich diese Mail dann – nach dem Lesen – nicht nur archivieren, sondern auch als Spam markieren, in den Papierkorb verschieben, als Gelesen bzw. Ungelesen markieren und mit einem Sternchen versehen. Letzere Funktion gibt es bei Apple Mail nicht: eine Mail markieren, um sie später leicht wiederzufinden. Gmail bietet dafür einen
kleinen Stern an, den man pro Mail ein- oder ausknipsen kann. Besternte Mails liegen automatisch im Ordner »Starred«. Ist die Inbox leer, erlaubt sich Gmail auf die Google News zu verlinken, falls man nichts anderes zu lesen hat:

Nix zu lesen - ab zu den News

Die Nachrichten, die als Spam gemeldet werden, verwendet Google offensichtlich zum Trainieren eines eigenen Spam-Filters. 150 Spam-Mails, die ich zum Testen an dem Gmail-Account geschickt
hatte, wurden nicht als solche erkannt, sondern landeten in der Inbox. Entweder waren meine Mails zu »europäisch« oder der Filter ist noch nicht vollständig implementiert.

Sehr angenehm – wenn auch von Apple Mail bekannt – ist die Auto-Vervollständigen-Funktion in den Adressfeldern beim Verfassen einer neuen Mail. Gmail speichert zudem alle verwendeten
Mailadressen gleich in das Adressbuch ab – das beugt plötzlichem Gedächnisverlust vor.

Gmail-WerbungFazit: Die Google-Werbe-Bots durchgrasen
die eingegangenen Mails und erstellen ein Kundenprofil des Anwenders. Entsprechende Werbung wird als Text-Block am rechten Rand eingeblendet. Man sollte sich darüber im Klaren sein,
dass bei der Fülle des Speicherplatzes das Kundenprofil u. U. sehr präzise sein kann. Wer sich daran nicht stört und auch nicht in den Klagegesang der Datenschutzbeauftragten einstimmen will, der bekommt mit Gmail einen übersichtlichen Webmail-Dienst. Gmail ist interessant für Anwender, die in vielen Maillisten eingeschrieben sind.
Der scheinbar unbegrenzte Mailspeicherplatz sollte reichen, sämltliche Newsletter der nächsten Jahrzehnte zu archivieren. Mithilfe der Thread-Darstellung ist die Übersichtlichkeit, gerade bei großen Mailverteilern gewährleistet. Dass sich die Mails mit dem gewohnten Google-Syntax durchsuchen lassen, braucht hier wohl nicht erwähnt zu werden. Anwender, die ausschließlich Webmail verwenden, sei Gmail – wenn es dann für den öffentlichen Zugriff freigegeben wird – wärmstens ans Herz gelegt. Die Übersichtlichkeit und die Funktionen, die hier kostenlos geboten werden, bietet manch kommerzieller Mail-Client nicht. Ein Ersatz für meine bisherige Mailadressen wird Gmail aber definitiv nicht sein.