Die Marketingmaschine tönte schon seit Zeiten über den Nachfolger von Adobes Acrobat 5 – es scharfzahniges Wesen, dass mit intelligenten Maßnahmen Microsofts Webservices und Formularausfüllern lecker Paroli bieten soll. Seit heute ist der nun lediglich Adobe Reader getaufte Viewer für das prominente PDF-Format verfügbar. Neben verschiedenen Dateiformaten, wie etwa Flash (!) oder Microsoft Medien, keine Revolution an sich. So hoffte ich denn auf eine stark verbesserte Integration der mobilen Endgeräte – zumal doch seit geraumer Zeit der Acrobat Reader für den PDA vorliegt. Aber schade: Adobe hat noch nicht gemerkt, dass es auch User gibt, die auf den Palm Desktop verzichten wollen oder müssen. Ohne Palm Desktop nämlich kein Adobe Reader 3.0 für Palm OS. Schade. Schafft man es trotzdem, das mit rund 500 KByte nicht gerade kleine Progrämmchen auf sein Stiftgerät zu transferieren, erfährt man, dass Adobe auch noch nichts von hochauflösenden PDA-Displays erfahren hat. Mit einer grobpixeligen 160×160px Auflösung wird es auf neueren Geräten nicht zu den Lieblingsprogrammen gehören, welche Anwenderaugen mit knusprigen Icons und klaren Fonts verwöhnen.
Wer immer noch hoffnungsvoll eine vernünftige Möglichkeit sucht, PDF-Dokumente ohne lästiges Hotsyncgebamsel erstellen und zum PDA-Stift auf die Speicherkarte eines PalmOS motorisierten Kleinrechners zu schubsen, der sucht auch im niegelnagelneuen Adobe Reader vergeblich. Ergo: kein Hotsync-Conduit, keine PDFs auf dem Palm.
Schlecht für Unternehmen, die PDAs in größeren Umfeldern betreiben. Nett für den Otto N., mit seinem PC von A.
Da bleibt zu befürchten, das Microsoft mit seinem Sharpointdingsbumsgedöns es schafft, Formulare und Konsorten deutlich dotnetter auf die hauseigenen PDAs mit hauseigenem OS zu übertragen. Schade Adobe.