07
Jan 12

Blog Blog But Different.

Bitte beachten:

Der folgende Beitrag ist hier schon mehrere Jahre lang »gereift«.
Enthaltene Links und Informationen könnten mittlerweile überholt oder falsch sein.

Anfang der 2000er las ich in der De:Bug das erste Mal etwas über den Onlinedienst »Blogger« von Pyra Labs. Was ein Blog sein sollte, war mir damals völlig egal. Aber ein einfaches CMS für meine Homepage – das fand ich interessant.

Dann ist einige Jahre lang eine ganze Menge passiert, auch mit Blogs und so, das kann ich unmöglich alles in diesen Artikel reinstopfen. Deswegen springe ich gleich ins Jahr 2012.

Viele der sogenannten Blogs empfinde ich mittlerweile entweder als seelenlose Krachmacher á la Tumblr oder als SEO-optimierte Brüll-Seiten, die sich mit Werbung (auf allen Ebenen) tapeziert haben.

Die Seiten, die nicht in diese beide Kategorien passen, lese ich immer noch gerne. Dort wird ein eigener Stil gepflegt und die Schreibe einiger sympathischer Leute ist zu einer festen Größe in meiner täglichen Informations-Ration geworden.

An einigen Stellen keimt immer wieder die spannende Frage auf, ob und wie man sein Blog seine Seite denn weiter betreiben sollte.

Letztes Jahr ging es mir ähnlich und ich habe einigen Plattform-Overhead über Bord geworfen.

Stefan Grund stimmt aktuell meiner These zu mehr Minimalismus insoweit zu, dass die Kommentarfunktion für einige Blogs obsolet ist:

Was soll man schon zum siebenundsiebzigsten .gif der Woche sagen außer “LOL”, “wie süß <3" oder "Boah, ist das ekelig!". Und wenn's nicht das .gif der Woche ist, dann sind es meist Links auf Arbeiten und Artikel anderer Menschen, die meistens wiederum selbst eine Kommentarfunktion anbieten. Und da könnt ihr lieber - anstatt mir für das Auffinden eines interessanten Links zu huldigen - direkt dem eigentlichen Autor sagen, dass er da eine tolle Sache gemacht hat.

Martin Sauer bekräftigt zwar den grundsätzlichen Wandel in der Attitüde, sieht das mit den Kommentaren hingegen aber anders:

Und genau aus dem Grund werde ich einem weiteren Trend, der derzeit in Mode ist, niemals folgen können. Die Kommentarfunktion ist ein elementarer Bestandteil des Blogs, und ich werde den Teufel tun, diese auf Twitter und/oder Facebook auszulagern.

Kurz und knapp: Bloggen 2012 hat sich weit entfernt von Schwanzvergleichen und der Träumerei, mit dem Selbstgeschriebenen mittelfristig Geld, Ruhm und Einfluss zu bekommen. Nochmal Martin:

Ich wollte nur deutlich machen, dass die Prioritäten nun ein wenig anders liegen. Wer damit nicht leben kann – da kann ich mit leben. Die Zeiten, in denen ich Blogcharts und Zugriffszahlen für wichtig empfunden habe, sind vorbei. Man(n) wird älter und reifer. Überlassen wir, die alten Säcke der Bloggeria, das Feld dem Nachwuchs. Zumindest, wenn es um all das Profilierungsgehabe geht.

Unisono schreibt auch meine persönliche Grande Dame der Design-Blogs, Manuela Hoffmann:

Schreiben für mich. Als Gedankenstütze, als Erinnerung, als Sammelmappe, als Sieb. Eine ganze Weile habe ich auf dieses Gefühl gewartet. Ich weiß noch nicht, wo es hingehen wird. Schliesslich bin ich neun Jahre älter als zur Gründung dieses kleinen Experiments hier.

Ob nun mit oder ohne Kommentarfunktion: persönliche Statements, Gedanken, Erfahrungen und eigene Fotos machen eure Webseiten für mich immer noch und immer wieder lesenswert. Und weil ihr und eure Seiten allesamt einzigartig seid, lassen sie sich in Inhalt, Diktion und Persönlichkeit niemals durch Socialmedia-Accounts ersetzen.
Also, meinetwegen gereift und älter, aber gerne weitermachen :)