Küchenradio für Nerds: MusicPal

Freecom MusicPal

Freecom MusicPal

Das Freecom MusicPal WiFi-Radio ist keine Neuheit. Es ist erst recht kein Klangwunder und auch kein Sonos. Dafür ist es relativ günstig und punktet bei mir in Sachen Technik und Erweiterbarkeit der Software.

Wenn Musik läuft, zeigt der MusicPal – schön groß – die Uhrzeit an; natürlich per NTP eingestellt. Außerdem läuft unter der Uhrzeit ein Text-Ticker mit dem gerade gehörten Sender oder Titel, Wettervorhersage und Nachrichten. Der Wetterdienst lässt sich nach eigenen Vorlieben anpassen und der Lieblings-RSS-Feed liefert die Nachrichten.

Überhaupt lässt sich fast alles am MusicPal recht handlich über ein Browser-Backend anpassen: Radiosender, Podcast-Feeds und Einstellungen. Auch last.fm geht – allerdings nur per Workaround: an die URL des gewünschten last.fm-Radios #username:passwort anhängen und als Favorit speichern.

Der MusicPAL verdaut MP3- und WMV-Dateien. AAC, Ogg oder Real leider nicht. (wobei es für AAC und Ogg einen Hack gibt, den ich aber noch nicht ausprobiert habe). Die Dateien können als Radio-Stream, RSS-Feed (Podcast), über einen uPnP-Media-Server oder den angesteckten USB-Stick empfangen werden.

Bei der Firmware (basiernd auf einem älteren Embedded-Linux) kommt der Hersteller Freecom sehr sympathisch weg: es gibt frische Beta-Versionen, die letzte vom Januar, einen gängigen Hack, den PalMOD, und eine Tool-Chain zum Kompilieren eigener Programme. Es hat sogar jemand Pong für den MusicPAL geschrieben …

Mit den PalMOD-Skripten lässt sich der MusicPAL sehr leicht um nette Funktionen erweitern, beispielsweise:

  • MP3-Aufnahme (auch für last.fm)
  • grafische Wettervorhersage
  • Samba
  • FTPd
  • MusicShare
  • Fritz!Box Call Monitor
  • und mehr.
Anschlüsse

Die Anschlüsse: USB, Strom, 3,5mm Kopfhörer, RJ45-Ethernet und Line-Out

Die Klangqualität des eingebauten Lautsprechers ist wirklich nur mittelprächtig. Wer keine externen Boxen (es gibt einen Kopfhöhrer-Anschluss und Line-Out) anschließen kann oder will, kommt mit dem Lötkolben weiter. Auch sonst ist die Hardware-Qualität — trotz iF-Design-Award — nicht unbedingt überragend, bei meinem ersten Gerät lag der Lautstärke-Regler abgebrochen im Karton – wurde aber anstandslos von Freecom (übrigens eine Berliner Firma) umgetauscht.
Achja: Mac-Fanboys können auch eine Apple-Remote als Fernbedienung verwenden :)

Als Stromverbrauch habe ich im Betrieb 3 Watt und im Standby 2 Watt gemessen — während des Standby bleibt das Browser-Backend standardmäßig per WLAN erreichbar. Aber wenn man mit Telnet und Vi umgehen kann, lässt sich hier noch 1 Watt sparen.

Ich habe den MusicPAL im Januar für rund 104 Geldeinheiten bei Amazon (Affiliate-Link) gekauft, dort ist er aktuell aber wieder etwas teurer.

Darüberhinaus

Tags: , ,

Weitersagen: Twitter, Facebook, delicious, digg

Dein Kommentar