Blog Action Day ’08: Armut

Während ich diesen Artikel auf meinem Netbook verfasse, sitze ich in der warmen Herbstsonne vor einer wunderbaren Ferienwohnung auf Usedom. Neben Sauna und Kaminofen verfügt die Wohnung in zwei Zimmern über Netzwerkanschlüsse mit Internetzugang. Irgendwo in meinen Jackentaschen funkt mein Mobiltelefon fröhlich vor sich hin und liefert mir auf Wunsch die Wetterprognose für die nächsten Tage, die Telefonnummer vom Restaurant für heute Abend und synchronisiert meine Mails. Gestern gab es frischen Fisch, der Kühlschrank ist gut gefüllt und vor mir steht ein heißer, duftender Kaffee; ein halb gelesenes Buch liegt daneben. Traumhafte Beschreibung? Kein Wunder: ich bin reich. Laut Global Rich List gehöre ich zu den 2% der reichsten Menschen auf diesem Planeten. Der Großteil meiner Leser vermutlich auch – willkommen im Club der elitären Schnösel.
Du fühlst Dich gar nicht so?

Ich auch nicht. Dabei sind die Fakten erdrückend: für den Preis eines der schönen neuen MacBook Pro bekommen in Angola alle Schüler eines Dorfes eine vernünftige Schulbildung. Für 5,60 € wirst Du vielleicht heute Mittag im Coffee-Shop lunchen – mit demselben Betrag müssen die ärmsten zehn Prozent der Weltbevölkerung eine ganze Woche lang überleben. Diese Liste ließe sich beliebig fortsetzen; natürlich geht es dabei nicht um die von Dir in Deinem Umfeld möglichweise wahrnehmbare relative Armut, sondern um die absolute Armut auf diesem Planeten.

Und die ist erdrückend: Nach aktuellen Zahlen hungern weltweit 923.000.000 Menschen. Das entspricht der zehnfachen Einwohnerzahl Deutschlands. Alle 3,6 Sekunden verhungert ein Mensch, die meisten davon sind Kinder, jünger als fünf Jahre.

Verstärkt wurde die Notlage vieler Menschen durch gestiegene Preise für Lebensmittel. Denn immer mehr Mais, Raps, Futterrüben und Zuckerrohr werden zu Bio-Sprit verarbeitet, das treibt den Preis. In der Folge können sich viele Arme einfach ihr Essen nicht mehr leisten. Auch darüber hinaus ist Bio-Sprit verstärkt in der Kritik.

Deshalb mein Appell: Verzichte sofort darauf, extra mit Biosprit zu fahren (gegen die Zusätze im normalen Treibstoff kann man vorerst nichts tun). Und spende Geld für die Hungerhilfe – selbst kleine Beträge helfen. Das geht beispielsweise hier oder auch hier.

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