20
Aug 08

Mindmapping am Mac

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Mindmapping zählt zu den populärsten Kreativtechnik; es lässt sich fast alles damit planen, dokumentieren oder durchdenken.
Gegenüber einer handgemalten »Gedankenkarte« (hier ein paar schöne Exemplare ) haben am Computer erstellte Mindmaps den Vorteil, dass sie sich flexibel erweitern und verändern lassen und dabei besser lesbar bleiben.

Mindmapping am Mac

Möglich wird dank Rechner auch Zusammenarbeit per Mail oder Bildschirmfreigabe – der Papierversion ist die physikalische Präsenz der Mitzeichnenden immanent. Eine sehr gute Option für das kollaborative Mindmappen über das Netz ist übrigens Mindmeister.com – komplett im Browser mit Skype-Unterstützung, Import und Export, Dashboard-Widget, etc. Mehr zu Mindmeister im Testbericht von imgriff.com. Hier geht es jetzt aber weiter mit Desktop-Programme zum Mindmappen für den Mac, von denen ich heute drei vorstellen möchte: MyBrain, FreeMind und MindNode.

MyBrain ScreenshotMyBrain (Donationware) von Sebastian Krauß ist mehr ein Outliner, also Listengenerator, der gleichzeitig auch mappen kann. Wie Sebastian selbst schreibt: »Whatever way you see it, it’s a unique application, you won’t find anything similar.« Eingaben können entweder als Liste getippt oder als Map gezeichnet werden. Neue Knoten lassen sich mit Alt Befehl S oder Alt Befehl I eingeben, also nicht gerade intuitiv, oder per Icon in der Menüleiste. Export-Möglichkeiten bestehen zu Text, OPML, HTML, Bild und SVG. Import ist von Text, CSV oder – und das ist teilweise sehr nützlich – Verzeichnisstrukturen möglich. MyBrain pflegt ein selbstgewähltes Nieschendasein und ist zum schnellen Zeichnen eher zu umständlich geraten. Wer lieber mit Listen arbeitet, als mit Mindmaps, findet hier möglicherweise ein passendes Tool.

Screenshot FreemindFreemind (GPL) ist der plattformunabhängige OpenSource-Klassiker für Mac, Windows und Linux. Den Tribut der Plattformunabhängigkeit zollt FreeMind mit der störrischen Programmoberfläche eines Java-Binary. Wer sich daran nicht stört, findet in FreeMind ein absolut dankbares und schnelles Werkzeug. Neue Knoten erstellt man mit Enter, Unterknoten mit Tab, der Griff zur Maus oder komplizierte Tastenkombis sind überflüssig. Die Exportmöglichkeiten sind umfangreich: von einer navigierbaren Flash-Seite über SVG bis zum OpenOffice-Doc. Interessant für MindManager-User: MindManager X5-Dateien können importiert werden. In Puncto Druckausgabe rächt sich die Plattformunabhängigkeit – wenig Optionen und bisweilen etwas unproportional. Schade umsomehr, da der PDF-Export nicht zuverlässig funktioniert (hier eine gedruckte PDF von Freemind).
Mit FreeMind ist man in puncto Austauschbarkeit und Weiterverwendbarkeit der Daten auf der sicheren Seite. Obwohl das Java-Programm auf einem Mac wie ein Fremdkörper wirkt, geht das Erstellen von Mindmaps einfach von der Hand. Außerdem gibt es fast unendliche Gestaltungsmöglichkeiten für die Mindmaps.

080818_mindmap_screenshot_mindnode.jpgMindNode (Freeware) zählt zu den jüngeren Mindmapping-Tools und ist nur für OS X 10.5 verfügbar. MindNode kommt sehr minimalistisch daher, besticht aber durch die Eleganz, mit der sich ein Mindmap erstellen lässt. Mit Enter bzw. ⌘ + Enter lässt sich mausfrei mappen, jeder neue Knoten wird dabei nett von der Mitte heraus animiert. Die Linienbreite wird mit längerem Baum immer schmaler – was sehr organisch und übersichtlich wirkt. Als Exportformate stehen PDF (ansehen), FreeMind, TIFF, OPML, HTML und RTF zur Auswahl, FreeMind- und OPML-Dateien lassen sich öffnen. MindNode speichert die Daten in einem eigenen proprietären Format, läuft nur auf Leopard (inkl. QuickView- und Spotlight-Unterstützung) und bietet ein überschaubares Set an Möglichkeiten – liefert dafür aber das mit Abstand beste Mapping-Erlebnis. Wer nur mal reinschnuppern möchte oder sich bisher nicht mit Mindmapping befasst hat, sollte MindNode unbedingt antesten. Eine Pro-Version für knapp 12 € soll übrigens im September verfügbar sein.