Diese Frage fragt für die Talksendung SWRdirekt der SWR. Wer mag, kann sich dort äußern, ich tue das aus meiner Sicht hier.
Jetzt wäre es eigentlich mal wieder soweit: es ist Sonntag und um 20:15 Uhr kommt Tatort.
Das ist quasi Wochenend-end-ritual: die Kinder stecken im Bett und ich verfolge mit meiner Liebsten die mehr oder weniger spannenden Ermittlungen von der Couch aus.
Und, ganz ehrlich: das war’s auch schon. Etwas anderes schaue ich nicht. Gar nicht. Kein Fernsehen.
An Gelegenheit würde es mir nicht mangeln: Fernseher stehen bei uns im Wohnzimmer, im Schlafzimmer und — dank des Vorbesitzers — auch in der Küche.
Vor zehn Jahren ungefähr, da habe ich morgens noch gerne Frühstücksfernsehen und abends die Nachrichten geschaut. Um auf dem Laufenden zu sein, zu wissen, was halt so los ist.
Diesen Bedarf übererfüllt das Netz heute für mich. Die Nachrichten, über die das heute-Journal spricht, die haben mich im Laufe des Tages schon per Push-Notification erreicht, ich habe eine Handvoll Tweets dazu gelesen und vielleicht sogar einen eigenen dazu abgesetzt.
Und Fernsehen zu Unterhaltungszwecken? Nein danke. Die Angebote zu normalen Sendezeiten reizen mich rein gar nicht, Talkrunde hier, Castingshow da. Dafür verschenke ich meine Aufmerksamkeit nicht.
Natürlich: da sind tolle Dokus, Konzerte oder momentan spannende Formate, wie Roche und Böhmermann – aber die schaue ich mir in der Mediathek oder auf Youtube an, wenn es mir zeitlich passt. Genauso sieht es mit Filmen oder Serien aus, dafür möchte ich dann auch Zeit haben und mich nicht von der Programmplanung eines Senders fernsteuern lassen. Lieber “on demand” mit Lovefilm, iTunes & Co.
Aber noch einmal zurück zu den Nachrichten: eine Redaktion kann schon eine Erleichterung sein. Während des sog. Arabischen Frühlings habe ich ein paar Tage versucht, mich selbst auf dem Laufenden zu halten (so sah das aus). Das war auf Dauer sehr zeitraubend und anstrengend. Einfach ein paar Mal am Tag Nachrichten gucken, dann hatte ich die gewünschten Infos in ein paar Minuten, schick gegliedert und aufbereitet. Allerdings nicht im TV. Ich habe sie auf dem Smartphone geguckt …
Und jetzt könnte man gleich die nächsten Fragen stellen: Wer liest denn noch Zeitung? Und wer hört noch Radio?









